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Herr Dr. Hell, wie funktionieren UV-Filter?
Vereinfacht gesagt, absorbieren die Filter Teile des ultravioletten Lichts und bauen dabei die hohe Energie der Strahlen ab. Einige Substanzen tun das im Bereich der UVB-Strahlen, andere bei UVA-Strahlen. Da beide die Haut schädigen, ist es notwendig, immer mehrere Filter zu kombinieren, um einen möglichst weitreichenden Schutz zu gewährleisten. Daneben gibt es sogenannte physikalische Filter. Das sind meist Pigmente, die UV-Licht streuen und zum Teil auch absorbieren. Diese Filter werden sozusagen als Co-Wirkstoffe bei sehr hoher Lichtschutzleistung eingesetzt.

Diese physikalischen Filter werden ja heute in Form von Nanopartikeln eingesetzt, um eine Weißfärbung der Haut beim Auftragen zu vermeiden. Nanos haben keinen sehr guten Ruf.
Ja, das ist mir bekannt; man befürchtete, dass diese winzigen Teilchen die Haut durchdringen und in den Körper wandern. Aber das wurde in mehreren Untersuchungen eindeutig widerlegt. Die Nanopartikel bleiben da, wo man sie braucht – nämlich an der Hautoberfläche.

Oft wird empfohlen, den Lichtschutz schon zwanzig Minuten vor der Sonnenexposition aufzutragen. Ist das sinnvoll?
Diese 20-Minuten-Regel stammt aus der Lichtschutzmessung und man braucht sie in der praktischen Anwendung eigentlich nicht. Alle Filter sind sofort nach dem Auftragen wirksam.

Wie großzügig oder sparsam sollte man die Sonnenprodukte verwenden?
Hier gilt auf jeden Fall die Regel: Viel hilft viel und vor allem: gleichmäßig auftragen. Nur dadurch kann die Eigenschutzzeit der Haut effizient verlängert werden. ent verlängert werden.

Wie sehen Sie die Angabe des Schutz- faktors auf den Produkten?
Der Schutzfaktor ist eher ein Hilfsmittel, um die Schutzleistung der verschiedenen Produkte zu unterscheiden. Die oft zitierte Rechnung, dass ich bei einem Eigenschutz von 10 Minuten und einem Schutzfaktor 15 dann fünfzehnmal länger, also 150 Minuten, in der Sonne bleiben kann, gilt nur, wenn man gewährleisten kann, dass auf der Haut sehr viel Sonnenpflege aufgetragen wurde. Empfohlen werden ca. 35 Gramm pro Anwendung, um den gemessenen Lichtschutzfaktor zu erreichen. Wichtig ist hier eher der vernünftige Umgang mit der Sonne. Und im Schatten wird man ja ebenfalls braun, nur etwas langsamer.

Wie oft muss man eigentlich nachcremen, um sicher geschützt zu sein?
Das hängt sehr von den Aktivitäten ab und zum Teil auch von der Formulierung. Wenn ein Produkt zum Beispiel als wasserfest gekennzeich- net ist, bleibt der Schutz bei normalen Badezeiten erhalten. Man muss da nicht unbedingt nach jedem Sprung ins Wasser nachcremen. Aber es gibt andere Faktoren, die den Schutzfilm durchlässiger machen. Wenn man sportlich aktiv ist und schwitzt, wird er quasi verdünnt und ist dann nicht mehr so wirksam. Auch wenn ich mich nach dem Schwimmen abtrockne, wird ein Teil des Sonnenschutzes abgerieben.

Herr Dr. Hagel, warum greift UV-Licht eigentlich auch das Haar an? Keratin besteht ja nicht aus lebenden Zellen wie die Haut.
Das ist richtig, Haare bekommen auch keinen schmerzhaften Sonnenbrand. Aber UV-Strahlen greifen die Eiweißmoleküle des Keratins an und dabei entstehen Brüche in der Struktur. Praktisch bedeutet das, dass sich die Elastizität verschlechtert und das Haar bruchanfälliger wird. Das kann man in Tests, bei denen die Reißfestigkeit geprüft wird, klar nachweisen. Auch die Lipide der Haare, also fetthaltige Kittsubstanzen der äußeren Schutzschicht, werden durch UV-Strahlen angegriffen, die Haare werden rauer und verlieren an Glanz.

Dass Haarfarben in der Sonne ausbleichen können, ist bekannt. Was passiert da eigentlich?
Verantwortlich sind da vor allem Radikale, die durch UV-Strahlen entstehen, insbesondere Peroxid-Radikale, die eine ähnliche Wirkung haben wie Blondierungen. Bei Menschen mit dunklem Haar und auch bei dunklen Colorationen kommt das nicht so sehr zum Tragen, weil diese tiefen Farben das UV-Licht aller Wellenlängen besser absorbieren können.

Und wie kann man die Haare am besten schützen?
Viele unserer La Biosthétique Produkte enthalten wirksame UV-Filter, die man bei empfindlichem Haar auch unbedingt nutzen sollte. Außerdem verwenden wir als besonderen Wirkstoff einen sehr wirksamen Extrakt aus Sonnenblumen, der die aggressiven freien Radikale einfängt und unschädlich macht.

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